Juni 5, 2018

TALENTE GEWINNEN: SOZIALE ZIELE EINES UNTERNEHMENS

Fachkräftemangel überall: Zulieferbetriebe suchen Facharbeiter, Handwerksbetriebe Nachwuchs. Die Gretchenfrage: Wie finden Sie die richtigen Mitarbeiter? Die Antwort: Indem Sie die passenden sozialen Ziele in Ihr Unternehmen implementieren. Ein Erfolgsbeispiel aus dem Mittelstand.

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Talente sind rar geworden – nicht nur die gut ausgebildeten, motivierten und talentierten Mitarbeiter, sondern Mitarbeiter fast jeder Qualifikationsstufe und Hierarchieebene. Von der Empfangsdame bis zum Vertriebsleiter, vom Ausbilder bis zum Azubi: Der „War for Talents“ ist in vollem Gang.

Unter dem Begriff „Employer Branding“ werden alte Methoden als neu und innovativ verkauft. Aber all das sind keine neuen Ideen, sondern lediglich aufgehübschte Personalwerbe- und Recruiting-Methoden. Aber kommen die wenigstens an bei denen, die gemeint sind?

Was haben Employer Branding und soziale Ziele eines Unternehmens miteinander zu tun?

Employer Branding kann man als gelungen bezeichnen, wenn sich die Verantwortlichen grundlegend mit ihrer unternehmerischen Relevanz beschäftigen und eine starke und anziehungskräftige Arbeitgebermarke aufbauen. Unternehmen, denen das gelingt, profitieren von einem relevanten und messbaren Einfluss der Marke auf die weitere Entwicklung.

So weit die Theorie. Doch damit die in der Praxis wirksam wird, scheint es noch ein langer Weg zu sein, zumindest in den meisten Unternehmen. Denn es gibt immer noch unfassbar viele Unternehmer, die sich über ihre Mitarbeiter beklagen. Und das, obwohl sie genau wissen, dass die Mitarbeiter über Erfolg oder Misserfolg ihres Unternehmens entscheiden.

Darüber zu klagen, dass die Bewerber anspruchsvoller werden und man als Unternehmen nicht als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird, nutzt nichts. Solange mittelständische Unternehmen ihre Arbeitgebermarke nicht auf ihre Zielgruppen abstimmen, solange sie den Mitarbeitern also nicht genau das bieten, was diese wünschen, wollen und brauchen, solange werden sie bei den gewünschten Arbeitnehmern nicht ankommen.

Ein Beispiel aus dem Mittelstand zeigt, was gemeint ist und wie es gelingt, soziale Ziele eines Unternehmens zu integrieren und auf diese Weise die richtigen Mitarbeiter zu finden und zu binden.

So verbindet man Employer Branding und soziale Ziele eines Unternehmens.

Ein mittelständisches Unternehmen im ländlichen Raum im Südwesten hatte früh erkannt, was junge Talente wollen: eine Familie gründen und ein gutes Leben führen. Zu diesem guten Leben gehörte offenbar, dass die jungen Frauen, die mit den High-Potentials in eine Kleinstadt ziehen, ebenfalls einem Beruf nachgehen wollen. Um das allerdings tun zu können, braucht es eine erstklassige Kinderbetreuung.

Der Unternehmer tat etwas, das die meisten anderen Unternehmer scheuen: Er engagierte sich für seine Mitarbeiter, baute einen Firmenkindergarten und unterstützte die Neuzugänge bei der Wohnungssuche, der Hausfinanzierung und sogar bei der Suche nach geeigneten Arbeitsplätzen der PartnerInnen: Er verband also die sozialen Ziele seines Unternehmens mit den Zielen seiner Mitarbeiter.

Der Erfolg war durchschlagend - und zwar auf der gesamten Unternehmensebene. Denn nicht nur machte das Unternehmen seine Mitarbeiter glücklich und konnte echte Talente gewinnen. Es konnte auch den Abstand zu seinen Wettbewerbern ausbauen! Denn motivierte Mitarbeiter sind das A und O für einen nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Hinzu kommt: Immer weniger muss das Unternehmen die Konkurrenz anderer Unternehmen im "War of talents" scheuen. Nicht einmal aus den Ballungsgebieten. Denn die eigenen Mitarbeiter leisten nicht nur motiviert ihren wertvollen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Sie übernehmen auch gern die Mund-zu-Mund-Propaganda für ihren Arbeitgeber und berichten in sozialen Netzwerken gern und häufig von den Vorteilen, die ihnen ihr Arbeitgeber bietet. So spart der Unternehmer sogar noch die Werbung für weitere Mitarbeiter!

Das Beispiel zeigt: Glaubwürdig geführte, attraktive und vor allem stimmige Arbeitgebermarken haben offenbar eine enorme Anziehungskraft auf die passenden Talente. Diese Anziehungskraft haben sie, weil sie wichtige soziale Ziele in ihre Unternehmensziele integriert haben und sich dafür einsetzen. Aber nicht irgendwelche Ziele, sondern genau jene sozialen Unternehmensziele, die auch für die eigenen Mitarbeiter wichtig sind. Ein solcher Einsatz zahlt sich doppelt und dreifach aus.

Was das Beispiel noch zeigt: Mit einer Arbeitgebermarke, die sich sozialen Zielen verbunden fühlt und diese glaubwürdig und engagiert verfolgt, lassen sich leicht strategische Wettbewerbsvorteile auf- und ausbauen.

Warum? Weil in einer Dienstleistungsgesellschaft, in der ein Großteil der Wertschöpfung von Menschen erbracht wird, die Arbeitgebermarke der stärkste Erfolgstreiber ist.

Soziale Ziele eines Unternehmens zum Kern des Employer Branding machen.

Wer durch die Integration der passenden sozialen Ziel die besten Fachkräfte anzieht und an sich bindet, macht also das Geschäft. Mehr noch: Bei Arbeitgebern mit hoher Reputation und vor allem mit hoher Relevanz für die Belange der Mitarbeiter sind die Arbeitnehmer sogar bereit, beim Gehalt Kompromisse einzugehen. Das schafft weitere Kostenvorteile in der Bilanz.

Insbesondere in Unternehmen, wo die Personalkosten den größten Kostenblock ausmachen, führt das zu relevanten Renditeverbesserungen. Damit wird Employer Branding, wird die Integration der passenden sozialen Ziele in den Unternehmenskern zu einem kritischen Erfolgsfaktor für nahezu alle Firmen. Ganz besonders aber für solche mit Schwerpunkt in Entwicklung und Dienstleistung.

Fazit: Unternehmen brauchen also Ziele, die nicht nur Kunden überzeugen, sondern die auch potentielle Mitarbeiter begeistern.

Angela Imdahl

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